Kartierung von FFH-Gebieten

Das Ingenieurbüro Dr. Reh, Kramer & Partner kartierte im Auftrag des Landesumweltamtes Brandenburg seit dem Jahr 2000 bisher 17 FFH-Gebiete in den Landkreisen Elbe-Elster, Ostprignitz-Ruppin und Uckermark mit einer Flächengröße von insgesamt ca. 10 000 ha im Maßstab 1:10 000 mit folgenden Vorgaben:
  • Kartierung gemäß Kartierschlüssel "Biotopkartierung Brandenburg, Liste der Biotoptypen" , LUA Brandenburg,
  • Abgrenzung der FFH-Lebensraumtypen des Anhang I der FFH-RL,
  • Erfassung der für den jeweiligen Biotoptyp oder FFH-Lebensraumtyp charakteristischen Pflanzenarten unter Berücksichtigung von Wirts- und Futterpflanzen der Arten der Fauna des Anhanges II der FFH-RL,
  • Besondere Berücksichtigung von Arten der Flora des Anhanges II mit Angaben zur Flächengröße und dem Deckungsgrad,
  • Darstellung der Kartierergebnisse auf topographischen Karten im Maßstab 1:10 000,
  • Bewertung des aktuellen Gebietszustandes mit Erfassung der offensichtlichen und erkennbaren Gefährdungen und Beeinträchtigungen,
  • Darstellung der Kartierungsergebnisse in Form eines Erläuterungsberichtes für jedes Gebiet.

 

Folgende Gebiete wurden kartiert:

Landkreis Uckermark Landkreis Elbe-Elster
Beesenberg Elbdeichvorland Mühlberg-Stehla
Eiskellerberge-Os bei Malchow Große Röder
Große Hölle Kremnitz und Fichtwaldgebiet
Köhntoptal Mittellauf der Schwarzen Elster
Piepergrund Kleine Elster und Niederungsbereiche
Pinnow Reuthener Moor
Schwarzer Tanger  
Trockenrasen Jamickow Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Randow-Welse-Bruch Storbeck
Schwemmpfuhl  

 

Beispiel FFH-Gebiet "Mittellauf der Schwarzen Elster"

Kurzbeschreibung

Luftbildausschnitt



Das FFH-Gebiet quert entlang der Elsterniederung den Landkreis Elbe-Elster zwischen Arnsnesta im Nordwesten und Lauchhammer-West im Südosten. Es erstreckt sich über Bereiche der naturräumlichen Haupteinheiten des Oberlausitzer Heidelandes und des Elbe-Mulde-Tieflandes.

Die Niederung der Schwarzen Elster ist im wesentlichen durch die Begradigung des Fließlaufes im vergangenen Jahrhundert und durch die bergbaulich bedingten Beeinflussungen geprägt. Dennoch hat das Fließgewässer mit seinen Zuflussgräben einen sehr hohen Stellenwert als Lebensraum und Migrationsweg, u.a. für Elbebiber, Fischotter und Schlammpeitzger. Darüber hinaus befinden sich im Bereich der Elsterniederung Vorkommen des Schwarzblauen Bläulings und der Grünen Mosaikjungfer. Die Entwässerungsgräben im westlichen Teil des Gebietes bilden einen Verbreitungsraum des Froschkrautes. Auch das Große Mausohr konnte im Gebiet nachgewiesen werden.

Der Schutzzweck besteht in der Erhaltung oder Entwicklung der unten aufgelisteten natürlichen Lebensräume des Anhanges I und wildlebenden Tier- und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse nach Anhang II der FFH-Richtlinie (Gebietssteckbrief des LUA Brandenburg).

CIR-Luftbildausschnitt, FFH-Gebiet "Mittellauf der Schwarzen Elster", Originalmaßstab 1:10 000

  Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie   Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie
3150 Natürliche eutrophe Seen   Froschkraut
3260 Unterwasservegetation in Fließgewässern der Submontanstufe und der Ebene   Eichenbock
6430 Feuchte Hochstaudenfluren   Hirschkäfer
6440 Brenndolden-Auenwiesen   Schwarzblauer Bläuling
6510 Magere Flachland-Mähwiesen   Rapfen
9160 Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald   Bachneunauge
9190 Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen   Schlammpeitzger
91D1 Birken-Moorwälder   Bitterling
91E0 Erlen-Eschenwälder an Fließgewässern   Rotbauchunke
91F0 Hartholzauenwälder   Kamm-Molch
      Fischotter
      Elbebiber
      Großes Mausohr